A Writer’s Odyssee — Blu-Ray Review zum Fantasy Epos

Sto­ry
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DTS-HD Ton in deutsch, eng­lisch und mandarin
Scha­de das der Film nicht als 4K ver­öf­fent­licht wur­de. Die IMAX Sze­nen und vie­le Spe­cial Effects wären in HDR sicher­lich noch bes­ser zur Gel­tung gekommen.
7.3

A Writer’s Odys­sey (frü­her bekannt als Assas­sin in Red) ist der neu­es­te Film des chi­ne­si­schen Fil­me­ma­chers Lu Yang. Die­ser ist vor allem für die Bro­ther­hood of Bla­des-Fil­me bekannt, wel­che her­vor­ra­gen­de Bei­spie­le für Mar­ti­al-Arts-Fil­me sind, wel­chen es gelingt, Gen­re­kon­ven­tio­nen zu ver­las­sen und sich in den Bereich der Kri­mi­nal­li­te­ra­tur zu wagen. Bei­de Fil­me waren sowohl bei den Kri­ti­kern als auch finan­zi­ell ein Überraschungserfolg.

Mit sei­nem neu­es­ten Film, A Writer’s Odys­sey, wagt er sich an ein noch ehr­gei­zi­ge­res Werk, das Fan­ta­sie und Rea­li­tät in einer kom­ple­xen Hand­lung vereint.

Der Film basiert auf einer Kurz­ge­schich­te von Shuang Xuetao und beginnt action­reich mit zwei Haupt­hand­lun­gen. Der ers­te Plot folgt der Rei­se eines Durch­schnitts­bür­gers mitt­le­ren Alters, Guan Ning (Lei Jiayin), der auf der Suche nach Kin­der­händ­lern ist, die mög­li­cher­wei­se sei­ne Toch­ter Tan­ge­ri­ne (Wang Sheng­di) ent­führt haben.

Nach sechs Jah­ren der Suche ist er in eine Sack­gas­se gera­ten und wird bei sei­nem letz­ten Ver­such, die Ent­füh­rer aus­fin­dig zu machen, ver­haf­tet. Er wird von der mys­te­riö­sen Tu Ling (Yang Mi), die für den Geschäfts­mann Li Mu (Yu Hewei) arbei­tet, aus dem Poli­zei­ge­wahr­sam befreit. Tu beauf­tragt Guan mit einem Mord­an­schlag im Aus­tausch gegen Infor­ma­tio­nen, die zum Auf­fin­den sei­ner Toch­ter füh­ren könn­ten. Sei­ne Auf­ga­be ist es, Lu Kong­wen (Dong Ziji­an) zu töten, einen talen­tier­ten jun­gen Autor, der gera­de an sei­nem neu­es­ten Roman “Gods­lay­er” schreibt.

Die zwei­te Hand­lung spielt in einer rie­si­gen Fan­ta­sie­welt und folgt der Rei­se von Lu Kong­wen (glei­cher Name wie in der Par­al­lel­hand­lung, eben­falls gespielt von Dong Ziji­an), einem jun­gen Dorf­be­woh­ner, der zum Krie­ger wird und von Rache­ge­lüs­ten getrie­ben wird, nach­dem er Zeu­ge des tra­gi­schen Todes einer ihm nahe­ste­hen­den Per­son wur­de. Dar­auf­hin begibt er sich auf eine Mis­si­on, die Ver­ant­wort­li­chen zu stellen.

Es gibt vie­le Momen­te im Film, die ent­we­der unglaub­wür­dig sind oder deren Ein­be­zie­hung (oder deren Feh­len) ein­fach uner­klär­lich ist. Guan hat zum Bei­spiel eine Vor­lie­be für das Wer­fen von Gegen­stän­den aus gro­ßer Ent­fer­nung. Aller­dings über­treibt der Film die­se Vor­lie­be in einem Maße, das in sei­ner visu­el­len Ästhe­tik fast schon komisch und super­hel­den­haft wirkt, was irgend­wie nie erklärt wird.

Fai­rer­wei­se muss man sagen, dass der Film auf einen Wuxia-Ansatz ver­wei­sen könn­te, bei dem die Cha­rak­te­re auf uner­klär­li­che Wei­se über Kräf­te ver­fü­gen, ohne dass die­se erklärt oder begrün­det wer­den; eine Gen­re-Ästhe­tik, die sehr abge­nutzt ist. Aber aus heu­ti­ger Sicht wirkt das Fan­ta­sy-Ele­ment immer noch recht befremdlich.

Posi­tiv zu ver­mer­ken ist, dass Lu eine sorg­fäl­tig gestal­te­te Fan­ta­sie­welt geschaf­fen hat, die stark von japa­ni­schen Quel­len beein­flusst ist. Eben­falls die visu­el­le Pracht ist immer wie­der eine Augen­wei­de, und die IMAX-Kame­ra­ar­beit (mit per­fekt getim­ten Sei­ten­ver­hält­nis­wech­seln) holt das Bes­te aus den gezeig­ten fan­ta­sie­vol­len Ideen heraus.

Ins­ge­samt ist A Writer’s Odys­sey ein unter­halt­sa­mer Ner­ven­kit­zel, der genug wil­de Action, Ener­gie, Krea­ti­vi­tät und visu­el­le Pracht bie­tet, um das Publi­kum zufrie­den zu stel­len. Aber man fragt sich, wie es gewe­sen wäre, wenn das Dreh­buch mehr emo­tio­na­les Gewicht und erzäh­le­ri­sche Dis­zi­plin gehabt hätte.

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