Kilo Two Bravo – wir haben den packenden Kriegsfilm begutachtet

Story
78
Bild
88
Ton
90
85
Gesamt-Wertung

Afghanistan im Herbst 2006: Eine Militäreinheit junger britischer Soldaten um Corporal Mark Wright wird an die Kajaki-Talsperre in der Provinz Helmand geschickt. Sie sollen die Umgebung observieren und die Straßensperre der Taliban auflösen. Während einer Erkundungstour tritt einer der Soldaten auf eine scharfe Landmine und verletzt sich schwer. Die Kameraden müssen feststellen, dass das gesamte Gebiet vermint ist und sie in der Falle sitzen. Ein verzweifelter Kampf um Leben und Tod beginnt…

… und macht uns einmal mehr auf eine der abscheulichsten Erfindungen der Menschheit aufmerksam: Mienen. Diese kleinen, fiesen Dinger haben anders als oft vermittelt, meist nicht die Aufgabe Menschen zu töten. Nein, sie sollen sie nur schwer verletzten, um weitere Menschen an sie zu binden, welche sich um die Verletzten kümmern. Nein, sie explodieren auch nicht erst beim Verlassen der Mine, wie uns viele amerikanische Filme immer weis machen wollen… Mienen sind mit dem bloßen Auge unsichtbar und entfalten ihr Potential sofort. Findet man eine, sollte man sich nicht zu viele Hoffnungen machen, diese mal eben auszubuddeln und weg zu räumen… so einfach ist das Spiel leider auch nicht. Mir zumindest wurde in der Einsatzvorbereitung bei der Bundeswehr beigebracht, dass immer davon auszugehen ist, dass die Miene gegen die Aufnahme gesichert wurde. Quasi eine Falle, sobald man die Miene bewegt. Wer sich ein wenig mit Kriegsgerät auskennt, ahnt worauf ich hinaus will. Es reicht schon eine Handgranate zur Sicherung, welche mit gezogenen Splint einfach unter der Miene vergraben wird. Hebt man die Miene hoch fliegt einem die Granate um die Ohren…

Natürlich war dies nur ein kleines Beispiel und es gibt mit Sicherheit schier unendlich viele Möglichkeiten, die sich der Mensch ausgedacht hat um Mienen vor der Aufnahme zu schützen. Hierum sollte es eigentlich auch garnicht gehen, sondern um Kilo Two Bravo… einem Kriegsdrama welches ohne Gefechte oder dergleichen auskommt. Hier gibt es nur die Jungs von der Kajaki-Talsperre und Mienen als Hauptprotagonisten. Der Film selber ist verdammt spannend, nahezu nervenaufreibend. Er zeigt und wie fies und gemein ein vermientes Gebiet sein kann und wie wir uns nicht dagegen zu wehren vermögen und weiter in die Scheiße zu reiten. Aus einem Mienenfeld gibt es schier kein Entkommen und der Film selber präsentiert dies sehr gut. Natürlich hat er dabei auch schwächen, sei es die nachlässige Sucherei nach Mienen um an die Verletzten zu kommen.

Mir als alter Bundi, war es auch mal gegönnt einen mehrtägigen Kurs in der Kampfmittelabwehr zu absolvieren und was soll ich sagen? Suchnadel raus und ein 1x1m Sandkasten nach potentiellen Mienen durchsucht. Dies kann mehrere Stunden dauern… Aber abgesehen von dieser Schwäche, handeln die Charaktere natürlich rein menschlich und schmeißen alle Ängste über Bord um ihren Kameraden zu Hilfe zu eilen. Dabei geht natürlich alles schief und wir als Zuschauer müssen in unerträglichen Längen mit ansehen wie sich der kleine Trupp nicht zu helfen vermag.

Ich selber denke, dass dieser Film sehr gut aufzeigt, wie gefährlich Mienen sind und wenn man jetzt bedenkt, dass große Teile der Welt vermient sind und waren, sollte sich ein jeder gegen solche Dinger einsetzten.

Bild und Ton technisch bleibt kein Auge trocken. Hier ist die Blu-Ray ein Kunstwerk. Satter abgestimmter deutscher Ton in verlustfreiem DTS-HD ist eine wahre Freude für’s Trommelfell und das Bild ist gestochen scharf und hat super knackige Farben. Keine Artefakte kein gar nichts waren beim Screening zu erkennen. Ich hatte erst überlegt die Bass-Shaker einzuschalten, aber dies dann doch verworfen. Vielleicht würde der Film noch ein wenig überraschender daher kommen in der ein oder anderen Szene, aber ich denke er wirkt so schon sehr gut auf den Zuschauer.

Die Extras sind Capelight-Typisch sehr üppig: Hinter den Kulissen, Interview mit Paul „Tug“ Hartley, Interview mit Stu Pearson, Interview mit Alex Reid, Interview mit Cameron Hystad, Musikvideo „All of My Life“, Trailer

Bleibt nicht mehr viel zu sagen, ausser: ansehen und nachdenken. Wer sich nach dem Film ein wenig genötigt fühlt über Landmienen und deren Verbreitung nachzulesen kann dies hier (www.landmine.de) tun.