Stolz und Vor­ur­teil & Zom­bies — blut­lee­rer Zom­bie-Kla­mauk zum Roman-Best­sel­ler — Review
Sto­ry55%
Gru­sel20%
Bild80%
Ton90%
61%Gesamt­wer­tung

Eng­land, 1811. Das Land ist im Begriff, von einer neu­en Zom­bie-Wel­le überrannt zu wer­den. Für Mrs. Ben­net besteht jedoch das größere Pro­blem dar­in, ihre fünf heiratsfähigen Töchter unter die Hau­be zu brin­gen. Eine davon ist Liz (Lily James) die wie der Rest ihrer Schwes­tern, die Kampf­kunst der Shao­lin beherrscht und eine lei­den­schaft­li­che Kämpferin ist. Neben den Zom­bies ist ihre größte Her­aus­for­de­rung wie­der­um, der selt­sa­men Anzie­hung zu dem adret­ten Kämpfer Mr. Dar­cy (Sam Riley) und dem Char­me des mani­pu­la­ti­ven Mr. Wick­ham (Jack Hus­ton) zu wider­ste­hen. Liz und Dar­cy müssen erst persönliche Vor­ur­tei­le überwinden, bevor sie im Kampf gegen die Zom­bies die wah­re Lie­be füreinander ent­de­cken.

Dem rei­ße­ri­schen Titel nach zu urtei­len müß­ten wir jetzt ein blut­trie­fen­den Zom­bie-Actio­ner zu Gesicht bekom­men… naja, der Trai­ler ver­rät, dass es sich bei Stolz und Vor­ur­teil & Zom­bies wohl eher um eine Twil­light-Ver­si­on von Zom­bies zu han­deln scheint und damit liegt man nicht schlecht. Aber zunächst das Posi­ti­ve: der Film ist irre gut gemacht! Die Kulis­sen, die Kos­tü­me und die Dar­stel­ler. Alles passt und sieht ver­dammt gut aus. Die Geschich­te ist im pre-viko­ria­ni­schen Zeit­al­ter ange­sie­delt und zwar direkt nach der ver­hee­ren­den Zom­bie-Apo­ka­lyp­se. Der Adel hat sich wie­der in sei­ne Prunk-Häu­ser und –Schlös­ser ver­zo­gen und wähnt sich teil­wei­se in nai­ver Sicher­heit. Doch die Zom­bies grei­fen über­all unko­or­di­niert um sich und so wird der Nach­wuchs zur Aus­bil­dung in den fer­nen Osten um dort in Kampf­küns­ten unter­rich­tet zu wer­den, um sich zu ver­tei­di­gen. Sehr net­te Idee und die Umset­zung ist Atmo­sphä­ri­sch und stim­mig. Bis… ja bis zum ers­ten toten Zom­bie… ver­steht mich nicht fal­sch, es muss nicht immer liter­wei­se Kunst­blut sein oder der­glei­chen. Aber wenn ein Zom­bie geköpft wird gehört Blut an die Klingt des Schwer­tes!

Dies war der Moment an dem Frau­en­her­zen höher und Män­ner­her­zen tie­fer schla­gen. Natür­li­ch hat der Film eini­ges an Charm und Komik, aber das war auch der Punkt ab wel­chem ich mich damit abge­fun­den hat­te, dass es sich nicht um mein Hor­ror-Zom­bie-Action-High­light 2016 gehan­delt hat. Ich den­ke hier wur­de eini­ges an poten­ti­al ver­schenkt. Sei­en es Run­ning-Gags gera­de mit den son­st in Scha­ren getö­te­ten Zom­bies oder aber eini­ge tief schwar­ze Lacher. Ein wenig Gore hat noch nie gescha­det und spä­tes­tens mit The Wal­king Dead ist dies auch in der brei­ten Mas­se salon­fä­hig gewor­den.

Bei der wei­te­ren Sto­ry des Films han­delt es sich um das typi­sche Lie­bes­ge­tur­tel bei Ade­li­gen und lei­der ist auch der Twist im Film sehr vor­her­seh­bar. Zum Ende des Films hin woll­te Regis­seur Burrs Steers dann doch zu viel und viel von der natür­li­chen Kulis­se mus­s­te dann der CGI wei­chen, was dem fil­mi­schen Genuss dann doch einen Abbruch gibt. Über den gro­ßen Show­down brau­chen wir gar nicht zu reden, denn die­ser war äußer­st beschä­mend und kurz… lei­der…

Fazit

Bleibt zu sagen, dass in mei­nen Augen viel Poten­ti­al ver­schenkt wur­de, auch ohne einen Film nur für erwach­se­nes Publi­kum zu for­dern. Die Sto­ry wird lei­der sehr ein­tö­nig und der Film ist für mich am Ende nicht mehr als ein net­ter blut­lee­rer Zom­bie-Kla­mauk. Natür­li­ch ken­ne ich den so oft erwähn­ten Best­sel­ler-Roman, wel­cher die Vor­la­ge zu die­sem Film war nicht, als dass ich nicht über die Umset­zung schrei­ben kann.

Wer viel­leicht mit ande­ren Erwar­tun­gen oder aber in zim­per­li­cher weib­li­cher Beglei­tung ins Kino will könn­te in Stolz und Vor­ur­teil & Zom­bies sei­nen Spa­gat fin­den zwi­schen Hor­ror-Lust und weni­ger roten Lebens­safts auf der Lein­wand.

Eins muss aber den­no­ch her­vor­ge­ho­ben wer­den: Der Sound des Films ist klas­se! Wir hat­ten beim Pres­se-Scree­ning das Glück einen wirk­li­ch toll ein­ge­stell­ten Kino­saal zu haben, was den Film zumin­dest für mei­ne Ohren zum Feu­er­werk mach­te. Bleibt abzu­war­ten ob der Ton aus dem Kino so auf die Sil­ber­lin­ge kommt… dann müß­te man ihn noch mal gegen hören und gucken ob er an der ein oder ande­ren Stel­le als Refe­renz taugt.