The Boy – Puppengrusel nicht in gewohnter Chucky-Manier – Review

Die Story rund um Brahms kommt an wenigen Stellen ein wenig vorhersehbar daher, was aber der Gruselfaktor gerade durch den brillianten Ton der Blu-Ray von Capelight Pictures, wett machen kann. Der Atmos-Ton ist hervorragend abgemischt, sodass uns unsere Reckhorn-Bass-Shaker meist exakt das Fürchten gelehrt haben, indem sie den Grusel gekonnt untermalt haben. Klare Shaker-Empfehlung und Kaufempfehlung! Das gute Stück erscheint am 23.06.2016 in fast allen erdenklichen Formaten, sodass man sicherlich das Format seiner Wahl findet.
Story
75
Grusel
85
Bild
85
Ton
90
Shakerspaß
78
Das hat uns besonders gefallen
Atmos-Ton in deutsch und englisch
perfekter Shaker-Spaß
Das fanden wir etwas unschön
Story an manchen stellen vorhersehbar
83
Gesamt-Wertung

Die junge Amerikanerin Greta (Lauren Cohan, „The Walking Dead“) könnte es mit ihrem Job als Nanny im ländlichen Großbritannien gar nicht besser getroffen haben. Bereits die Taxifahrt zum herrschaftlichen Anwesen der Heelshires suggeriert die Ruhe und Abgeschiedenheit, die Greta nach traumatischen Erlebnissen in ihrer Heimat offensichtlich dringend braucht. Dass sie ihre künftigen Arbeitgeber zunächst gar nicht antrifft, ist nicht weiter schlimm: Auf Strümpfen erkundet sie das verwunschen wirkende Herrenhaus, in dem sie erst der örtliche Lebensmittelhändler Malcolm (Rupert Evans, „The Man In The High Castle“) aus ihren Träumen reißt. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Flirt, der von der Dame des Hauses, Mrs. Heelshire (Diana Hardcastle), rüde unterbrochen wird. Für Greta sei es an der Zeit, ihre Schuhe wieder anzuziehen und ihren künftigen Zögling kennenzulernen. Aber ihre Stiefeletten sind spurlos verschwunden und Heelshire Junior ist ganz anders, als von Greta erwartet.

Denn als ein ernsthaft wirkender Mr. Heelshire (Jim Norton) den Blick auf den achtjährigen Brahms freigibt, bricht Greta zunächst in ungläubiges Gelächter aus: Brahms ist lediglich eine Porzellanpuppe. Schnell muss die junge Amerikanerin lernen, dass es ihren künftigen Arbeitgebern bitterernst ist: Greta soll sich nach einem erfolgreichen Testlauf in Sachen Akzeptanz durch den „Knaben“ um Brahms kümmern und für einen fürstlichen Lohn lediglich ein paar Grundregeln befolgen, während die Heelshires in den dringend benötigten Urlaub fahren: Nie soll sein Gesicht abgedeckt werden, die täglichen Speisungen folgen einem ebenso strikten Ablaufplan wie die Vorbereitung der Bettruhe oder die Zerstreuung mit Musik oder Poesie. Weil sie Geld und Abgeschiedenheit dringend benötigt, lässt Greta sich auf den Deal ein und lässt nach der Abreise der Heelshires sämtliche gute Vorsätze wieder fallen. Was kümmert es schon eine zugegebenermaßen unheimlich wirkende Puppe, wenn man sie zu füttern unterlässt?

Greta (Lauren Cohan) hält das, was sie erlebt, für einen grausamen Scherz. © capelight pictures
Greta (Lauren Cohan) hält das, was sie erlebt, für einen grausamen Scherz. © capelight pictures

Ab diesem Punkt entfaltet die Story ihr volles Potential und hebt sich frisch von anderen ähnlich wirkenden Vertretern des Puppenhorrors ab. Angefangen bei der bildgewaltigen Kulisse des traumhaften Herrenhauses, hat Regisseur William Brent Bell alle Register gezogen, uns den Traum von solch einem Anwesen mit einem faden Beigeschmack zu versehen. The Boy wurde wunderbar inszeniert und Lauren Cohan als Greta überzeugt mit kleineren Charakterschwächen in ihrer sonst hervorragend gespielten Rolle. Die Mischung aus Bildgewalt und dem herausragenden Dolby Atmos-Ton der deutschen Blu-Ray zieht einen noch weiter in das Geschehen auf der Mattscheibe, als dass man sofort mit Greta mitfiebert. Die Schockmomente sind fast immer klasse platziert, als dass diese die Stimmung weiter an den Zuschauer transportieren. Nette Twists innerhalb der Story sind natürlich ebenfalls vorhanden aber diese wollen wir nicht vorwegnehmen. Der Großteil ist nicht direkt vorhersehbar, aber eine Ahnung gibt es immer hin und wieder als Genre-Kenner. Aufgrund der FSK 12 Freigabe läßt sich natürlich erahnen, dass der Film nichts für den geneigten Gorehound ist, sondern sich klar um einen Gruselfilm handelt.

Wir haben uns ebenfalls nicht lumpen lassen und direkt unsere Reckhorn Bass-Shaker mit angeschlossen, um zu sehen ob wir bei diesem Film unseren Spaß damit haben. Was soll ich sagen? Gerade die ersten Schockmomente sind exzellent und die Bass-Shaker fungieren als “Person hinter dem Sitz”, welche einen in der richtigen Situation anstubst, um den Schock zu intensivieren. Klasse! So haben wir uns das vorgestellt. Natürlich passt es nicht immer zu 100%, aber die Shaker waren nie “aufdringlich”, sodass man den Film eine uneingeschränkte Bass-Shaker-Empfehlung aussprechen kann.

Ergebnis

Die Story rund um Brahms kommt an wenigen Stellen ein wenig vorhersehbar daher, was aber der Gruselfaktor gerade durch den brillanten Ton der Blu-Ray von Capelight Pictures, wett machen kann. Der Atmos-Ton ist hervorragend abgemischt, sodass uns unsere Reckhorn-Bass-Shaker meist exakt das Fürchten gelehrt haben, indem sie den Grusel gekonnt untermalt haben. Klare Shaker-Empfehlung und Kaufempfehlung! Das gute Stück erscheint am 23.06.2016 in fast allen erdenklichen Formaten, sodass man sicherlich das Format seiner Wahl findet.

Kleiner Hinweis am Ende: Wer am Freitag den 10.06.2016 bei uns vorbei schaut, wird die Gelegenheit haben an unserem The Boy Gewinnspiel teilzunehmen und eventuell das Mediabook zu gewinnen.