LG Soundbar NB4530 © 2016 LG Electronics

Soundbars – wie Hersteller uns Soundbars aufzwangen

Der etwas reißerische Titel hat natürlich sicherlich ein wenig Wahrheitsgehalt, wobei ich natürlich nicht genau sagen kann wo die Wirklichkeit ist.

Fakt ist jedenfalls, dass vor einigen Jahren diese Sparte des Heimkinos praktisch nicht existiert hat. Nun landen, wie Pilze aus dem Boden sprießen, neue Soundbars in den Regalen der Elektro-Märkte und versprechen einiges. Aber wenden wir uns doch mal dem eigentlichen Problem erstmal zu: Fernseher werden immer dünner und größer, verzichten aber mittlerweile fast gänzlich auf einen Rahmen. Das sieht natürlich besonders gut aus und lässt einem ebenfalls das Bild größer erscheinen. Die dunkle Seite bei dem Ganzen ist, dass der Platz für gescheit Lautsprecher natürlich immer weniger wird und die mickrigen Lautsprecher in den aktuellen Top-Geräten, haben natürlich nicht den geringsten Anspruch auf Hifi-Qualitäten. Wo der Cineast von früher schon immer sein eigenes Heimkino haben wollte und sich schon mit externen Lautsprechern in allen möglichen Kombinationen angeschafft hat, ist der Otto-Normal-Verbraucher mittlerweile auch darauf angewiesen. Bzw. wurde darauf hingearbeitet dass es dieser ist. Wie auch immer, aber die Industrie ist ja einfallsreich und hat angefangen jeden Bedarf ein wenig zu analysieren und scheint zu dem Schluss gekommen zu sein, dass in schier jedem Haushalt in dem ein Flat-Screen werkelt auch irgendwelche externen Lautsprecher werkeln müssen.

Wer letztlich auf die eigentliche Soundbar gekommen ist weiß ich nicht, aber diese Form scheint regen Einzug zu halten in die heimischen Wohnzimmer, Kinderzimmer oder wo auch immer Fernseher stehen. Das Praktische ist natürlich das Format und das meist zu jeweiligen Fernseher passende Design. Natürlich gibt es Soundbars mittlerweile ich schier allen Preissegmenten und Ausführungen.

Mit der Soundbar hält das Kinofeeling wieder ein wenig Einzug. Und das ist gut so. Ich habe mal ein praktisches Beispiel: Wir waren letztens bei Freunden eingeladen auf deinen Filme-Abend und haben uns kollektiv für die Hatchet-Reihe entschlossen. Eigentlich eine wasserdichte Wahl für gutes Bier und Stimmung! Leider nein, denn leider haben wir die Filme über die im Fernseher integrierten Lautsprecher geguckt… blechern, keine klaren Höhen oder Tiefen, kein Druck oder Wärme. Schwer zu beschreiben. Ich will jetzt nicht sagen, dass Hatchet totale AAA Filme sind, aber Stimmung lassen sie normal aufkommen. Der Abend fühlte sich ein wenig wie Zensur an und die Filme verkamen zum Trauerspiel.

Das brachte mich zum Nachdenken und ich habe seither viele Überlegungen und Ideen gehabt um genau so einen Beitrag zu schreiben. Die Faulheit siegte bis heute. Nun könnte ich predigen, dass sich alle Menschen eine klasse 5.1 Surround-Anlage kaufen sollen. Wäre mir lieb, aber ich würde nicht wirklich auf Gehör bei vielen Menschen stoßen. Zu teuer, zu groß, zu viele Kabel… die Liste der Reibungspunkte ist riesig und kann noch weiter ausgeführt werden. Also habe ich mich entschlossen mal etwas zu Soundbars zu schreiben, was ich hiermit tue!

Soundbars sind ein wundbarer Einstieg in das Heimkino. Die Einstiegskosten können gering sein und der erste Aha-Effekt entsteht bisweilen schon bei 100€ Soundbars, welche gegen die Fernseher integrieren Lautsprecher antreten. Natürlich sind die Ansprüche immer verschieden und so läßt sich für jeden Geldbeutel etwas finden.

Aber warum erzähle ich das überhaupt? Naja, anhand meines Beispiels wollte ich fest machen, dass mit schlechte Wertungen bei einigen Filmen auffallen, welche mit der richtigen Soundkulisse beim Publikum wesentlich besser ankommen. Gerade im Horror-Genre ist der Ton ganz entscheidend über den Eindruck. Natürlich sind mit den technischen Neuerungen und den besseren Produktionen die Ansprüche gegenüber alten Schocker-Schinken gestiegen und man hat eh schon alles gesehen… klar… aber guter Ton hat wirklich seine Berechtigung. Warum gehen wir ins Kino? Zum einen wegen des Erlebnisses… okay. Das zieht bei mir nicht mehr, da ich gerade in Sachen Ton momentan von vielen Kinos mehr als Enttäuscht bin und es nicht mehr einsehe viel Geld für ein Kinoticket hin zu blättern, wenn ich mir den Film, zwar ein wenig später, auf der heimischen Anlage ansehen kann. Großes Bild? Ich bitte euch: mit Einzug der 65+-Zoll-Ultra-Hammer-Mega-Fernseher ist die Bildgröße doch in einem erträglichen Rahmen. Ansonsten setze dich einfach näher ran… viereckige Auge gibt es nicht und bei einem Full-HD Bild wird als Sitzabstand ohnehin die zweifache Bildschirmdiagonale als maximale Entfernung angesehen.

Also hoch mit dem Hintern und näher ran an die Flimmerkiste! Wäre das geschafft muss noch eine Soundbar her. Was man jetzt speziell für Horrorfilme nehmen sollte, kann ich auf anhieb nicht sagen, da ich selber keine getestet habe. Kommt vielleicht noch. Aber vielleicht habt ihr welche, die ihr empfehlen könnt? Auf meinem regelmäßigen Weg durch den Elektro-Markt meines Vertrauens bin ich an der LG LAC850M vorbei gekommen und diese war von oben bis unten voll mit positiven Testergebnissen. Das dies nix heißen mag, brauche ich denke ich niemanden mehr zu erzählen, aber wenn ich nach einer geeigneten Soundbar Ausschau halten würde wäre es der erste Anhaltspunkt. Als wirklich günstig habe ich übrigens die LG LAC553B für um bei 150€ empfunden und sicherlich auch einen Blick wert.

LG LAC650H Soundbar © 2016 LG Electronics
LG LAC650H Soundbar © 2016 LG Electronics

Warum ich hier nur LG aufführe? Hat keinen besonderen Grund, sondern einfach, dass ich die Beispiel-Bilder von denen verenden darf. Ich werde mich in Zukunft in Vielfalt erproben: Versprochen!

Ich denke bei Soundbars gibt es ähnliches zu beachten wie bei einer richtigen Hifi-Anlage. Probiert das Ding aus! Und war bei euch Zuhause und stellt es genau so hin wie es zukünftig stehen soll. Stellt die Kiste vernünftig nach euren Hörgenüssen ein: mehr oder weniger Bass etc. Danach hört ihr das Ding zur Probe! Nehmt eure Lieblingsfilme und schaut euch daraus die besten Szenen an. Dabei kann man sich ruhig ein wenig Zeit lassen. Auch wenn wir in einer totalen Konsumgesellschaft leben und viele Entscheidungen eher Kurzschlussentscheidungen sind, kann man sich hierfür mal ein wenig Zeit lassen.

Nachdem die Soundbar eine gewisse Zeit probegehört wurde rate ich euch einen zweiten Kanditaten im gleichen Preisspektrum zu suchen. Ja auch diese stellt ihr parallel zu euch nach Hause und fangt an die beiden gegeneinander zu vergleichen. Nur dann bekommt ihr auch wirklich die Soundbar eures Geschmacks! Nachdem sich hier ein klarer Favorit herauskristallisiert hat, tauscht ihr die andere Soundbar um. Onlinekauf sei dank! Aber auch gute Hifi-Händler kennen dieses Vorgehen und gewähren es euch.

Jetzt könnt ihr den Spaß mit weiteren Soundbars wiederholen oder euer Bauchgefühl vermittelt euch, dass ihr zufrieden seid. Es kommt natürlich immer darauf an, wieviel Energie ihr in die Suche nach eurer Soundbar stecken wollt. Aber eins versichere ich euch: am Ende werden viele Filme doch wesentlich besser bei dir ankommen als noch ohne so einen kleinen Kasten.

Wenn du natürlich ambitioniert bist, kannst du dir gleich eine Komplett-Anlage oder dergleichen holen, aber hierum soll es bei diesem Beitrag nicht gehen. Ich wollte erstmal ein wenig Gehör finden zum Thema Sound und denke ich habe zwar für den Ein oder Anderen nicht viel Neues erzählt aber vielleicht die gedankliche Diskussion angestoßen.

Leute: Macht was draus, wertet eure Flimmerkiste auf, sei es mit einer Soundbar oder aber mit einer allmächtigen Heimkino-Anlage. Egal! Aber bitte, bitte, verurteilt keine Filme mehr, weil ihr selber nicht dem Anspruch an einen guten Film gerecht werdet.

Ich hoffe, dass ich in Zukunft weitere Tipps in Richtung Soundbars geben kann und vielleicht mal welche in die Finger bekomme um die Horrortauglichkeit zu attestieren… wir werden sehen.