A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT — iranische surrealistische Vampirfilm-Romanze im April in den deutschen Kinos

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT erzählt von der Lie­be in einer hyp­no­ti­sie­ren­den Zwi­schen­welt, die mythisch und doch bis­her unge­kannt ist. In spektakulären Schwarz-Weiß-Bil­dern gelingt der jun­gen ira­nisch-ame­ri­ka­ni­schen Regis­seu­rin Ana Lily Amir­pour ein doppelbödiges und sinn­li­ches Traum­spiel voll visu­el­ler Kraft und abgründiger Pro­vo­ka­ti­ons­lust. Das Gan­ze gibt es auf den dies­jäh­ri­gen Fan­ta­sy Film­fest Nights im März zwar schon vor­ab zu sehen, für die Leu­te die aber nicht die Mög­lich­keit haben in eine der Fes­ti­val-Städ­te zu fah­ren, bringt Cape­light Pic­tures den Film schon am 24. April 2015 in die deut­schen Kinos.

Sto­ry

Der jun­ge Arash ist stolz. Wie lan­ge er gear­bei­tet und gespart hat, um sich einen ech­ten Ford Thun­der­bird leis­ten zu können, weiß er nicht mehr. Doch jetzt gehört ihm etwas Schönes und Kost­ba­res und das ist sel­ten in Bad City, ein schwar­zes Loch unter den Städten des Iran, eine baby­lo­ni­sche Metro­po­le der Angst und des Ver­bre­chens. Hier ist nichts und nie­mand sicher – auch nicht der edle Ford Thun­der­bird. Er wird all­zu schnell von dem ver­schla­ge­nen Dea­ler Sae­ed als Pfand für den Schul­den­berg kas­siert, den Arashs Vater bei die­sem jah­re­lang sorgfältig auf­ge­schich­tet hat.

Para­do­xer­wei­se scheint der Dea­ler Sae­ed der ein­zi­ge in Bad City zu sein, der für Ord­nung sorgt, Schul- den ein­treibt, der überwacht und straft und so zu einer selt­sa­men gesetz­li­chen Instanz gewor­den ist, der nie­mand zu wider­spre­chen wagt – egal, wie hem­mungs­los er sei­ne Macht exe­ku­tiert. Der Han­del mit ihm ist ein Geschäft mit gegen­sei­ti­ger Ver­ach­tung und bleibt doch die ein­zi­ge Stabilität für vie­le Men­schen in Bad City. Wer in Bad City lebt, ist immer Opfer und Täter, Ver­lo­re­ner und Jäger zugleich.

Als sie ihren rechtmäßigen Anteil an den gemein­sa­men Ein­nah­men for­dert, bekommt auch die Pro­sti­tu­ier­te Atti von Sae­ed zu spüren, wie Macht und Abhängigkeit ver­teilt sind. Was weder Sae­ed noch sonst jemand ahnt, ist, dass noch ein Wesen in Bad City umgeht, wenn Dun­kel­heit über die Stra­ßen einfällt. Ein Mädchen, verhüllt in einen schwar­zen Tscha­dor, laut­los wan­dernd und manch­mal auf einem Skate­board, kaum wahr­ge­nom­men von den Men­schen. Die­ses Mädchen schaut dafür umso genau­er hin. Während die Umris­se ihres Umhangs in der Fins­ter­nis ver­schwin­den, ent­geht jedoch dem wach­sa­men Blick die­ser verhüllten Gestalt, deren Umhang lei­se flat­tert, nichts. Sie ist auf der Jagd.

Als Arash wütend über den Ver­lust sei­nes Ford Thun­der­bird durch die Stra­ßen zieht, um noch ein­mal mit Sae­ed zu ver­han­deln, begeg­net ihm die­ses jun­ge, schöne und gefährliche Mädchen. Mit blut­ver- schmier­tem Mund verlässt sie gera­de des­sen Woh­nung. Die bei­den sehen sich für einen Moment in die Augen, dann ver­schwin­det sie in der Dun­kel­heit. Arash ver­schafft sich Zugang in die Woh­nung des Dea- lers. Er fin­det Sae­ed blutüberströmt und leb­los auf dem Boden lie­gend, auf dem Tisch einen ent­leer­ten Schmuck­beu­tel und einen Kof­fer vol­ler Geld und Drogen.

Arash nimmt den Kof­fer und die Autoschlüssel an sich und verlässt den Ort des Ver­bre­chens – in sei­nem Ford Thun­der­bird. Vor sei­nem Vater ver­steckt er die Dro­gen, ver­kauft sie und geht sei­ner Arbeit nach.

Nacht für Nacht ist das geheim­nis­vol­le Mädchen unter­wegs in Bad City. Sie folgt Atti durch men­schen- lee­re Gegen­den bis die von ihrer Ver­fol­ge­rin wis­sen will, was hier vor sich geht. Das Mädchen streckt eine Hand aus, in ihr kommt ein Häufchen Schmuck zum Vor­schein – ein Geschenk.

Für eine Kostümparty ver­klei­det sich Arash als Dra­cu­la und fei­ert dort bis zur Erschöpfung. Arash ge- nießt die Fei­er und tanzt mit einem rei­chen, aben­teu­er­lus­ti­gen Mädchen, in des­sen Haus er gele­gent­lich anfal­len­de Arbei­ten erle­digt. Die bei­den flir­ten hef­tig, doch statt ihn zu küssen, schenkt ihm das Mäd- chen eine Pil­le, die sie vor­sich­tig auf sei­ne Zun­ge legt. Als er sich wenig später mit sei­nem Umhang und den künstlichen, extra­lan­gen Fangzähnen in einem leer­ge­feg­ten, unbe­kann­ten Bezirk wie­der­fin­det, rollt ihm das verhüllte Mädchen auf ihrem Skate­board ent­ge­gen, ihr Umhang lei­se flat­ternd. Die zwei ver­lo- renen See­len begin­nen ein lei­ses Gespräch. Dies­mal geht sie nicht allein nach Hau­se. Sie setzt Arash, der nicht mehr lau­fen kann, auf ihr Skate­board und nimmt ihn mit. In ihrer Woh­nung hören sie Musik und Arash spürt, dass die­ses Mädchen ein Geheim­nis hat, doch zwi­schen den bei­den ent­steht ein zärtliches Ver­trau­en und eine selt­sa­me Geborgenheit.

Als sie sich bald dar­auf auf einem Park­platz wie­der­tref­fen, hat Arash ein Geschenk für die namen­lo­se Schöne dabei: ein Paar glit­zern­der Ohr­rin­ge. Weil sie dem Mädchen gefal­len, for­dert sie Arash auf, ihre Ohren mit einer hei­ßen Nadel zu durch­ste­chen. Der Schmerz bringt zum Vor­schein, was die­ses Mädchen vor Arash ver­bor­gen hält: Sie ist ein Vam­pir. Doch sie wider­steht dem Impuls, ihn zu bei­ßen und flüchtet.

Seit Arash die Dro­gen von Sae­ed ver­wal­tet, ist sein Vater auf unfrei­wil­li­gem Ent­zug. Unbe­herrscht und immer am Rand des Zusam­men­bruchs wan­dert er durch das Haus der Fami­lie, aus dem die Mut­ter seit lan­gem ver­schwun­den ist. Voll hilf­lo­ser Wut zerschlägt der alte Mann eines Tages bei­nah die gesam­te Woh­nung, Arash stellt ihn vor die Wahl: Mit den Dro­gen das gemein­sa­me Haus zu ver­las­sen oder sich von sei­ner Sucht für immer zu ver­ab­schie­den. Der Vater ent­schei­det sich für die Dro­gen, nimmt die Fa- mili­en­kat­ze an sich und verlässt sei­nen Sohn für immer.

Sein ers­ter Weg führt ihn zu Atti, die er gegen ihren Wil­len zu einer gemein­sa­men Dosis überredet. Am nächsten Mor­gen fin­det man ihn tot auf der Stra­ße. Arash will Bad City für immer den Rücken keh­ren. Mit sei­nem Ford Thun­der­bird fährt er zu dem geheim­nis­vol­len Mädchen und ver­sucht sie dazu zu brin- gen, an ein gemein­sa­mes Glück und an eine fer­ne Zukunft zu glau­ben. Schließ­lich beginnt sie lang­sam, eine Tasche zu packen. Erst da bemerkt Arash die schwar­ze Kat­ze und weiß nun sicher, was er schon ahnte.

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